Podiumsdiskussion mit Sylvia Schenk (Transparency International, FIFA Human Rights Advisory Board), Tobias Finger (Journalist) und Robert Claus (Kompetenzgruppe Fankulturen, AG Vielfalt beim DFB)

Moderation: Marco Schrage

Der Fußballsport war immer wieder Austragungsort politischer Konflikte und bietet mit seinen internationalen Events gleichzeitig eine ausgezeichnete Plattform für Imagekampagnen. Immer wieder machen sich das Länder und Regierungen zu Nutze, in denen Menschenrechtsverletzungen zum Alltag gehören. Die Vergabe der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr nach Russland hat zu heftigen Debatten geführt, da vor Ort elementare Grundrechte eingeschränkt sind. Auch soll es auf den Baustellen der Stadien zum verstärkten Einsatz von nordkoreanischen Zwangsarbeitern gekommen sein. Die Podiumsdiskussion will fragen, wie die Menschenrechtslage vor Ort ist und warum sich der Weltverband überhaupt zur Vergabe entschied. Wie steht es in den Fankurven? Erleben wir ein Revival des Hooliganismus, und wenn ja, was kann man dagegen tun? Und schließlich: Müssen Menschenrechte zurückstehen, wenn es um Fußball geht?

Es diskutieren:

Sylvia Schenk, Juristin, ehemalige Leichtathletin und Olympiateilnehmerin 1972. Seit 2014 leitet sie die Arbeitsgruppe Sport der internationalen Nichtregierungsorganisation Transparency International. Sie ist außerdem Mitglied des 2017 gegründeten FIFA Human Rights Advisory Boards.

Tobias Finger ist Sozialwissenschaftler und freier Journalist in Berlin. Dabei interessiert er sich für die gesellschaftlichen und politischen Dimensionen des Fußballs. Als Journalist ist er unter anderem für das Fußballmagazin 11FREUNDE tätig und berichtet aktuell beim Tagesspiegel über die Fußballweltmeisterschaft.

Robert Claus, Jahrgang 1983, forscht und hält Vorträge zu den Themen Fankulturen, Hooligans, Rechtsextremismus und Männlichkeiten. 2017 veröffentlichte er Hooligans: Eine Welt zwischen Fußball, Gewalt und Politik (Verlag Die Werkstatt). Er arbeitet bei der „Kompetenzgruppe Fankulturen und Sport bezogene Soziale Arbeit“ (KoFaS gGmbH) in Hannover.