ht17: Gelungene Nürnberger Premiere

Liebe Humanisten und Humanistinnen,

vier ereignisreiche Tage liegen hinter uns. Auf dem ersten Deutschen HumanistenTag in Nürnberg haben über 500 Menschen diskutiert, gelacht, gesungen, sich vernetzt und vieles Neues erfahren. Kontroverse Themen standen ebenso auf dem Programm wie die „Klassiker“ der humanistischen Szene. Besonders freut uns, dass wir prominente Gäste wie Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Julian Nida-Rümelin und Ralf König sowie BesucherInnen aus Österreich und Norwegen begrüßen konnten. Das zeigt: Humanismus wird ernst genommen.

Mehr als 50 Veranstaltungen gab es zu besuchen, in fünf Räumen der Meistersingerhalle, im Konzertsaal des Gutmanns am Dutzendteich und auch im Freien. Kinder- und Jugendhumanistentag fanden auf der Freifläche vor der Meistersingerhalle statt. Dass es überhaupt auf Kinder und Jugendliche zugeschnittene Programmpunkte gab, bezeichnete Festredner Gerhard Engelmayer (Humanistische Gemeinschaft Freidenker Österreich) gar als „unique selling point“ eines philosophischen Kongresses, der eben mehr war als nur das.

Der erste Humanistentag in Nürnberg war in der Tat ein facettenreiches Festival: nachdenklich mit dem einleitenden Vortrag Julian Nida-Rümelins, kontrovers in den Diskussionen über humanistische Kriege oder die Benachteiligung nichtreligiöser Menschen in Deutschland, inspirierend mit den Wettbewerbsbeiträgen des Humanistischen Kurzfilmpreises, mitreißend schließlich mit seinen Konzerten – von der Express Brass Band bis zum großen Chor der norwegischen HumanistInnen und der Jazzsängerin Lisa Bassenge. Comiczeichner Ralf König krächzte und kreischte sich durch seine Comicstrips, junge WissenschaftlerInnen slamten über menschliches Kussverhalten und die Vorteile von Frauenurinalen.

Dabei kamen BesucherInnen wie ReferentInnen nicht nur aus Deutschland: Menschen aus Österreich, Norwegen und der Schweiz waren in Nürnberg zu Gast, darunter auch manch bekannte Persönlichkeit. Das zeigt: Humanismus wird ernst genommen. Der ausdrückliche Dank gilt außerdem den zahlreichen ehrenamtlichen HelferInnen – ohne sie wäre der Deutsche HumanistenTag in dieser Form nicht möglich gewesen.

Nächste Humanistentage in Nürnberg und Hamburg

Das Projektteam des Deutschen HumanistenTags macht sich nun an die Nachbereitung und die Auswertung der eingereichten Evaluationsbögen. „Dieser Humanistentag muss eine Dauereinrichtung werden“, forderte Gerhard Engelmayer am Sonntag noch. Es scheint, als ob sein Wunsch erfüllt wird: Im Juni 2018 wird in Nürnberg – zusammen mit der jährlichen Konferenz der Europäischen Humanistischen Föderation – mit einem humanistischen vent das Jubiläum der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte gefeiert werden.

Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle auch der Deutsche Humanistentag 2019. Er wird den derzeitigen Planungen nach stattfinden vom 30. Mai bis zum 2. Juni 2019 in der Patriotischen Gesellschaft Hamburg. Organisieren wird diesen Humanistentag das Säkulare Forum Hamburg, weitere Informationen zum geplanten Event finden Sie, findet Ihr zu gegebener Zeit auf dessen Homepage.

Bis dahin!

Das #ht17-Projektteam

Humanistischer Kurzfilmpreis – die GewinnerInnen sind gekürt!

Im Rahmen des Deutschen HumanistenTags 2017 wurde der erste Humanistische Kurzfilmpreis verliehen. Mehr als 60 Filmschaffende hatten ihre Werke eingereicht. Mit ihren Dokumentationen, Animationsfilmen, Musikvideos, kleinen und nicht ganz so kleinen Geschichten hatten Sie sich um einen der Preise in den drei Kategorien AmateurInnen, Studierende und Profis beworben.

Nach der Kür am 18. Juni steht fest: Es gibt sogar vier GewinnerInnen. Jeweils einen in den genannten Kategorien, außerdem einen Ehrenpreis.

Die Gewinner sind:

In der Kategorie AmateurInnen:

„Mach sauber“ von Lisa Zielke

In der Kategorie Studierende:

„Makarismoi“ (Beatitudes, Seligpreisungen) von Aristotelis Maragkos

In der Kategorie Profis:

„Du bist da“ von Katharina Lehmann

Der Ehrenpreis der Jury geht an „Ich habe mich schon immer gefragt, wofür ich lebe“ von Julien Biere und Brigitte Weidmann

Verliehen wurden die Preise von den Jurymitgliedern Claudia Heindel und Michael Bauer, die Verleihung des Preises moderierte die Schauspielerin Lena Dörrie.

Alle Jurybegründungen können hier nachgelesen werden.

Juchu! Die JuHus kommen!

Und nicht nur die, sondern Jugendliche aus der ganzen Republik kommen zusammen und gestalten ihren HT17 mit: von Graffiti am Vormittag über philosophische Reflektionen im Pavillon bis zu hitzigen Diskussionen in der Sommersonne und Selbstbehauptung auf der grünen Wiese. Neben diesen Aktivitäten bieten sich ein Besuch des Speakers Corner und das gesamte Programm des HT17 an. Selber denken lohnt sich, und gemeinsam macht es mehr Spaß.

 

Unser Jugendprogramm am Samstag:

09:30 Uhr JuHu-Team: Vorbereitungstreffen

10:00 Uhr Infostand der Bundes-JuHus

10:00 Uhr Graffiti-Workshop

11:30 Uhr Jugendliche entern den Speakers‘ Corner

12:00 Uhr Philosophie im Pavillon

14:00 Uhr Mittagspause, Picknick

15:00 Uhr Selbstverteidigung: Einsteiger-Workshop im Grünen

ab 17:00 Uhr Zeit für Spontanes: auf dem Gelände oder in der Stadt. Nutzt unser Schwarzes Brett und unser Twitter Board!

Zweite Folge des ht17-Podcasts: Die „humanistische Muslima“ Merve Kayikci im Interview

Sie nennt sich selbst „Primamuslima“, Vorzeigemuslimin, eine „kritzelnde und krakelnde Studentin“ aus Baden-Württemberg: Merve Kayikci. Seit 2013 schreibt Kayikci auf ihrem Blog über Religion, Politik und Gesellschaft. Sie selbst sieht sich als moderne, feministische Muslima, in der Fremdwahrnehmung bleibt sie hingegen schon mal eine „Bombenlegerin“. Selbstbewusst beansprucht sie ihren Platz in der deutschen Gesellschaft: „Der Islam gehört zu Deutschland, ebenso wie ich.“

Im Juni wird Merve Kayikci auf dem Deutschen Humanistentag zu Gast sein. Zusammen mit Deniz Başpınar, Necla Kelek und Khola Maryam Hübsch diskutiert sie dort über das Thema „Identität Muslima?“. Vorab haben sich Alexa und Alexander Waschkau für den ht17-Podcast mit Merve Kayikci unterhalten. Über Religion als Privatsache, den politischen Islam und ihr Selbstverständnis als „humanistische Muslima“.

„Wir können so viel tun!“ – Aufklärer und Humanist Leo Igwe über seinen Kampf gegen Hexenjagden in Westafrika

Eigentlich hätte er katholischer Priester werden sollen, doch schon als Jugendlicher verlor Leo Igwe den Glauben an Gott. Heute ist Igwe Atheist und engagierter Humanist. Seit Jahren kämpft er in Nigeria und anderen westafrikanischen Ländern für Aufklärung und Toleranz. Er verteidigt humanistische Werte gegen religiösen Eifer und Aberglaube.

Sein besonderes Interesse gilt dabei den immer noch verbreiteten Hexenjagden in Westafrika, für deren Ende er als Forscher wie auch als Humanist unerbittlich streitet. Noch immer werden dort Frauen der Hexerei beschuldigt, verstoßen, manchmal sogar ermordet. Die Gründe haben oft nichts mit der Furcht vor höheren Wesen zu tun, sondern eher mit Neid und Hass. In manchen Gegenden Westafrikas ist die Hexenjagd ein „probates“ Mittel, vermeintliche Konkurrentinnen, beneidete oder einfach nur selbstbewusste Frauen aus dem Weg zu räumen.

Derzeit ist Leo Igwe Doktorand und Junior Fellow an der Bayreuth International Graduate School of African Studies. Auf dem Deutschen HumanistenTag im Juni wird Leo Igwe mit weiteren Gästen über das Thema „Tödliche Religion?“ diskutieren.

Im Vorfeld des #ht17 sprachen wir mit Leo Igwe über sein Leben, seine Motivation und seine Überzeugungen. Das Gespräch führte Felix Balandat.

Raoul Schrott liest aus „Erste Erde“

Raoul Schrott liest aus Erste Erde am Freitag, dem 16. Juni, auf dem HumanistenTag in Nürnberg.

Sein Buch ist das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit dem heutigen Wissen über die Welt: vom Urknall über die Entstehung des Planeten bin hin zu uns. Welches Bild vom Menschen geht daraus hervor? Was bedeutet es für unsere Existenz?

Erste Erde unternimmt den großen Versuch, unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse literarisch umzusetzen und sie an einzelnen Figuren und ihren Lebensgeschichten anschaulich zu machen. In wechselnden poetischen Formen ergibt sich ein erzählerisches Panorama unseres Kosmos. Raoul Schrott hat dafür weltweit Reisen unternommen: von den Fundstellen des mit über vier Milliarden Jahren ältesten Gesteins überhaupt bis in die Atacamawüste, wo gerade das größte Spiegelteleskop der Welt entsteht. In einem zweiten Teil fasst Raoul Schrott dazu in Sachbuchform unseren heutigen Wissensstand zusammen. Dichtung und Wissenschaft verknüpfend, wagt sich Raoul Schrott daran, ein modernes Gegenstück zu Alexander von Humboldts Kosmos zu entwerfen. Neugieriger und schöner lässt sich die Erde kaum erkunden.

Zum Autor:

Raoul Schrott, geboren 1964, erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Peter-Huchel- und den Joseph-Breitbach-Preis. Bei Hanser erschienen zuletzt u. a. Homers Heimat (Der Kampf um Troia und seine realen Hintergründe, 2008) und seine Übertragung der Ilias (2008), Gehirn und Gedicht (Wie wir unsere Wirklichkeiten konstruieren, 2011, gemeinsam mit dem Hirnforscher Arthur Jacobs), die Übersetzung von Hesiods Theogonie (2014) sowie der Gedichtband Die Kunst an nichts zu glauben (2015). Sein Erste Erde-Projekt wurde über mehrere Jahre hinweg von der Kulturstiftung des Bundes gefördert.

Foto: Peter-Andreas Hassiepen

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger kommt!

Die ehemalige Bundesjustizministerin und FDP-Politikerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger kommt auf den HumanistenTag. Am Freitag, dem 16. Juni, diskutiert sie mit weiteren Gästen über die Frage, welche Werte unsere Gesellschaft braucht.

Leutheusser-Schnarrenberger steht für ihre Überzeugungen ein. Ihre Entscheidung als Justizministerin im Kabinett Kohl zurückzutreten, weil sie den ‚Großen Lauschangriff‘ ablehnte, brachte ihr über alle Parteien hinaus und in der Bevölkerung höchsten Respekt. Sechs Jahre später kehrte sie unter Angela Merkel ins Justizministerium zurück. Die 65-Jährige versteht Freiheit als „Freiheit vor staatlichen Eingriffen in die Freiheitsgrundrechte der Bürgerinnen und Bürger“. Sie engagierte und engagiert sich gegen staatliche Überwachungsprogramme, Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche und fordert eine gesamteuropäische Zuwanderungspolitik, die den humanitären Verpflichtungen Europas gerecht wird.

Foto: Tobias Koch

Programm: bit.ly/2hFglrT
Tickets (schon ab 39 Euro/Tag): bit.ly/2gRW4CB
Newsletter: bit.ly/2hW6u0f

Erste Folge des HT17-Podcast online!

Seit 2010 produzieren Alexa und Alexander Waschkau in unregelmäßigen Abständen den skeptischen Podcast Hoaxilla. Immer wieder setzen sich die beiden mit urbanen Mythen auseinander. Sie behandeln Verschwörungsvorstellungen à la Bilderberger-Konferenz und BRD GmbH, erklären vermeintliche Wundertaten, „lösen“ Kriminalfälle und beleuchten aktuelle gesellschaftliche Phänomene – und das in bereits mehr als 200 Folgen.

Wir freuen uns sehr, das Hamburger Ehepaar als PartnerInnen des Deutschen HumanistenTags gewonnen zu haben. Im ersten Podcast für den Humanistentag sprachen Alexa und Alexander Waschkau mit Moritz von Salomon, Humanist und Erzieher an der Humanistischen Grundschule Fürth. Es geht um die Arbeit an einer reformpädagogischen Schule, die Situation von HumanistInnen in Bayern und den besonderen Wert eines humanistischen Festivals.

Bringen Sie die Menschenrechte auf die Bühne!

Auf dem Deutschen HumanistenTag 2017 vertont der „Smile Projekt Chor“ Artikel aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Der musikalische Leiter des Chors, Axel Christian Schullz, lädt alle Interessierten ein, Teil des Chores zu werden, sich anzumelden und in der Meistersingerhalle in Nürnberg am 17. und 18.6. die Stimme für die Menschenrechte zu erheben.

Alle Teilnehmer/innen bereiten ihre Stimmlage mit Hilfe von Übe-Dateien selbstständig vor. Am 11. Juni gibt es in Recklinghausen einen Probentag, an dem alle Lieder gemeinsam einstudiert werden. Informationen zu den Terminen und mehr finden Sie unter www.smiletournee.de und smile[at]schullz.de

Do NOT follow this link or you will be banned from the site!